Das Schloss und seine Besitzer

Da die Schloßbesitzer mit der Geschichte des Marktes sehr verbunden waren und viel zum Entstehen des Marktes beitrugen, sei auch kurz darüber berichtet. Wann das Schloß gebaut wurde, ist uns nicht bekannt, nach Aufzeichnungen dürfte es um 1180 gewesen sein.

Zeller

Das Geschlecht der Zeller ist nach Urkunden vom Stift Vornbach in Bayern um das Jahr 1000 erwähnt.

 

Um 1150 nennt sich Wernher von Pfolzau als "de Cella". Seine Brüder scheinen mit anderen Namen gemäß ihrer Besitzungen auf.

 

Der erste Besitzer der Celler in Riedau war Heinrich. Sein Bruder Ulrich behielt Zell.

 

Das Geschlecht der Zeller, das aus dem Neuburgerwald stammte, teilte sich in die Zeller (Celler) de Zell und Zeller de Riedau. 1433 vereinigten sie sich wieder.

 

Hanns I. der Zeller zu Riedau und Zell erscheint als Richter zu Erlach auf. der Familienbesitz der Zeller war sehr angewachsen. Den Besitz zu Riedau erhielt Georg II. zu Zell und den Zeller Besitz Bernhard II., dem auch die Herrschaft in Schwertberg gehörte. 1503 starb Georg II., Bernhard übernahm die Besitzungen.

 

Seine Einflußnahme und sein Wirken war für Riedau von großer Bedeutung. Er bewirkte von Kaiser Maximilian I. 1515 die Erhebung des Dorfes Riedau zum Markt mit all den Marktrechten.

 

In späteren Jahren wurde Bernhard Raubritter (auch Heckenreiter genannt). Er verband sich mit dem Pfleger Ebner zu Raab. Sie raubten und plünderten hauptsächlich im Donautal, Salletwald und im unteren Mühlviertel. Sie beraubten reisende Kaufleute und Bauern. Bernhard wurde gefangengenommen und am 1. Juli 1521 auf dem Hauptplatz zu Linz enthauptet.

 

Sein Leichnam wurde nach Riedau überführt und in der Gruft der Pfarrkirche beigesetzt. Erben Bernhards waren die Schwestern Magdalena (verehelichte Oberhaimer) und Anna (verehelichte Fraunberger) 1550 starb der letzte der Zeller - Christoph. Die Herrschaft fiel an Christoph von Retschan und Inderseer; später an Bartholomae Freiherrn von Dietrichstein. Er vermählte sich 1600 mit Elisabeth von Franking, die ihm 19 Kinder schenkte. Johel von Franking wurde am 26. Jänner 1605 in Prag in den Freiherrnstand erhoben.

 

Er ließ die Kapelle zu Riedau vergrößern und die Gruft in der Kirche erbauen. Seine Frau Sabine wurde 1607 und er selbst 1608 als erste in der Gruft beigesetzt. Von Dietrichstein entstammte einer alten kärntnerischen Adelsfamilie. Wegen seiner protestantischen Haltung verlor er alle seine hohen Ämter, floh 1626 nach Nürnberg und verkaufte das Gut zu Riedau an Freiheern Heinrich von Salburg. Die zweite Hälfte erwarb der Landrichter zu Schärding, Christoph von Franking, dessen Stammburg am Holzöstersee war.

Durch die geteilte Herrschaft in Riedau - Retschan und Frankinger - gab es zweierlei Rechte. Es gab die Retschansche Jurisdiktion mit 75 Häusern und die Frankische Jurisdiktion mit 89 Häusern.

 

Die Herrschaft der Salburger, deren Heimat das Mühlviertel war, wirkte für den Markt Riedau segensreich (Kirchenbau). Die Nachkommen sind heute noch Besitzer dees Schlosses in Altenhof im Mühlviertel.

 

Interessant scheint uns eine Aufzeichnung von 1752, in der der Gesamtwert des Herrschaftsbesitzes mit 17.965 Gulden angegeben ist.

 

Das Schloß wurde damals zur Hälfte neu erbaut, aber nicht fertiggestellt. Zum Schloß gehörten damals: Brauhaus mit Bräuerswohnung, Schule, Amtsmannhaus, Pfarrhof, Hopfenhaus, fünf geamuerte Fleischerbänke, zwei "Diensthäusel" mit Gefängnissen. Viele der folgenden Besitzer hatten zu den Marktbewohnern wenig Beziehung; sie waren nur ihre Steuerzahler. 1764 erwarb Josef Zacher, Edler von Sonnenstein, den Besitz.

 

Seine Witwe Anna von Sonnenstein verkaufte, nachdem ihr Mann 1799 verstorben war, die Herrschaft an Josef Kierger, bürgerlicher Schiffmeister in Paussau.

 

1813 ging der Besitz an Josef Kruz aus Tyrnau (Bayern) über, der mit der Tochter Sonnensteins, Johanna, vermählt war, die jedoch 1818 verstarb.

 

Als nächster Besitzer begegnet uns der Kaufmann Matthias Raaber, Riedau. Nach seinem Tode 1822 traten der Linzer Zeugfabrikant Magistratsrat Thomas Schimak und 1836 der Bauernsohn Jakob Heinrich Bauchinger als Besitzer auf.

 

Felix Levasori della Motta, ein spanischer Edelmann, Besitzer der Herrschaft Ottensheim, erwarb 1843 das Gut zu Riedau. Seine Tochter Amalia Levasori vermählte sich 1848 mit Dr. Rudolf von Peßler, Hof- und Gerichtsadvokat, und bekam das Landgut zu Riedau als Mitgift. 1870 wurde die Brauerei mit allen Einrichtungen an die Gräflich-Arco`sche Brauerei in Zell an der Pram verkauft.

 

Nach dem Tode Dr. Rudolf Peßlers am 27. September 1967 ging der Besitz zur Hälfte an Frau Dipl.Ing. Olga Peßler, verehelichte Thewanger, und an Frau Pauline Charwat-Peßler über. Ein Großteil der Gründe wurde als Siedlungsgründe von den Besitzern verkauft.

 

Das zum Teil schon baufällige Schloß wurde an die Innviertler Siedlungsgenossenschaft (ISG) verkauft und bedauerlicherweise 1982 abgetragen.

 

Weitere Informationen zum Schloss finden Sie hier.

Auszug aus "Die Pfarrkirche St. Georg zu Riedau"
Auszug aus "Die Pfarrkirche St. Georg zu Riedau"
Auszug aus "Die Pfarrkirche St. Georg zu Riedau"
Auszug aus "Die Pfarrkirche St. Georg zu Riedau"
Auszug aus "Die Pfarrkirche St. Georg zu Riedau"
Auszug aus "Die Pfarrkirche St. Georg zu Riedau"